Wer kann sich heute noch das Leben in der DDR vorstellen? Rund 30 Jahre nach ihrem Untergang verblasst die Erinnerung an den SED-Staat. Vor allem für junge Menschen ist die DDR eine fremde, unbegreifliche Welt geworden.

Am Montag, den 25. März, besuchte daher  Frau Leblang (Mutter des Abiturienten Friedrich Leblang) den 12er Grundkurs Geschichte und berichtete sehr eindrücklich von ihrer Kindheit und Jugend in der DDR. 

In ihren Schilderungen  wurde  der Alltag in der DDR lebendig.  Aus erster Hand erfuhren  die Schüler, was es hieß, in einer Diktatur aufzuwachsen. Frau Leblang gewährte viele persönliche Einblicke in das alltägliche Leben und reicherte ihren Vortrag durch kleine Anekdoten an. So erfuhren  die erstaunten Schüler beispielsweise, welche Vorkehrungen getroffen wurden, wenn Staatschef Erich Honecker sein Land bereiste. Frau Leblang erzählte, dass entlang der geplanten Route, die die Staatskarosse nehmen sollte, sämtliche Straßen instand gesetzt wurden und man darüber hinaus sämtliche Häuser renovierte – allerdings nur bis zum ersten Stockwerk, da der Blickwinkel des Staatschefs aus dem Auto heraus beschränkt war. 

Das Gespräch mit Frau Leblang  hat in vielerlei Hinsicht gezeigt, dass Geschichte vor allem durch die Lebensgeschichten der Menschen lebendig wird. Es ist etwas anderes, ob man Fakten im Internet und Büchern nachliest oder eine persönliche Geschichte aus der Zeit hört, in der Deutschland geteilt war. Das konzentrierte Zuhören und gezielte Nachfragen der Jugendlichen zeigte, dass der  authentischen Zeitzeugenbericht  bei ihnen nachhaltig wirkte.