30. November 2014 BL 6671Am Sonntag, 30.11.2014, fand in der Kaserne VI in Saarlouis im Rahmen des Projektes „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ein Zeitzeugengespräch mit der Auschwitz-Überlebenden Esther Bejarano statt.

Frau Bejarano wurde am 15. Dezember 1924 in Saarlouis als Esther Loewy geboren. Die Tochter eines Oberkantors wurde 1943 nach Auschwitz deportiert, wo sie den Horror eines Vernichtungslagers als Mitglied des dortigen sogenannten Mädchenorchesters überlebte. Als sie von Auschwitz nach Ravensbrück auf einem der „Todesmärsche“ verlegt werden sollte, konnte sie fliehen und wurde schließlich von amerikanischen Alliierten gerettet. Ihr Leben und ihre Leidenszeit hat sie nun in einer Autobiographie aufgeschrieben.

Am 29.11.2014 bekam Frau Bejarano die Ehrenbürgerschaft der Stadt Saarlouis verliehen, weshalb sie von ihrem derzeitigen Wohnort Hamburg ins Saarland gekommen ist. Diesen Anlass nutzten am Sonntag über 50 Schülerinnen und Schüler des Robert-Schuman-Gymnasiums, um in einem Zeitzeugengespräch etwas über ihr Leben und die Bewältigung dieser schrecklichen Zeit, in der sie ihre Eltern und ihre Schwester verlor, zu erfahren. Frau Bejarano trat leidenschaftlich für Toleranz und gegen jede Art von Antisemitismus und Rassismus ein und ermutigte die Schülerinnen und Schüler, dies ebenso zu tun und Ausgrenzung keine Chance zu geben.
Im Anschluss an die Veranstaltung ermöglichten die Stadt Saarlouis und das Robert-Schuman-Gymnasium allen anwesenden Schülerinnen und Schülern, ein Exemplar der Autobiographie von Esther Bejarano kostenfrei zu bekommen, was von diesen freudig angenommen wurde.

Im kommenden Schuljahr werden für Esthers Eltern Rudolf und Margaretha Loewy sowie ihre Schwester Ruth Stolpersteine an deren Geburtshaus verlegt, für die das Robert-Schuman-Gymnasium die Patenschaften übernommen hat.
An dieser Stelle möchten wir uns nochmal für die eindrucksvolle Zeit mit Frau Bejarano bedanken. Ihre Geschichte und besonders ihre herzliche Art haben alle Anwesenden sehr bewegt und wir freuen uns schon auf ein Widersehen im nächsten Jahr.