Am Mittwoch, dem 03. Mai 2017, fand an unserer Schule ein Zeitzeugengespräch mit Doris Deutsch, der Witwe von Alex Deutsch, statt. Alex Deutsch war von 1943-1945 im KZ Auschwitz inhaftiert, von wo aus er im Januar 1945 in eine Außenstelle des KZ Buchenwald deportiert wurde. Im April gelang ihm nach der Aufgabe der SS die Flucht nach Luxemburg, später lebte er in den USA, wo er als Bäcker und Bankangestellter arbeitete, bevor er 1978 nach Deutschland (Neunkirchen-Wiebelskirchen) zurückkehrte und seine zweite Frau Doris heiratete.

Nachdem ihr Mann 2011 verstarb, übernahm sie die verantwortungsvolle Aufgabe, im Namen ihres Mannes über dessen Leben in der NS-Zeit zu informieren und seinen unermüdlichen Einsatz gegen Rassismus und für demokratische Werte weiterzuführen.

Nachdem ein 30-minütiger Film über Alex Deutsch gezeigt wurde, der neben Teilen eines Interviews auch Ausschnitte aus Filmaufnahmen im ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz zeigte, erzählte Doris Deutsch, wie ihr Mann diese schrecklichen Erlebnisse, unter anderem der Tod seiner gesamten Familie, überwinden und durch seinen Kampf gegen Faschismus verarbeiten konnte. Die ca. 120 Schülerinnen und Schüler der Klassen 9 und 10 des RSG hatten zudem zahlreiche Fragen, die Frau Deutsch mit Geduld beantwortete und so Einblick in das Leben ihres verstorbenen Mannes gab. Die Schülerinnen und Schüler waren sichtlich bewegt und interessiert an einem Thema, das in der heutigen politischen Situation Europas und der Welt traurigerweise wieder ungeahnte Aktualität hat. Frau Deutsch warnte ausdrücklich davor, einfache Antworten auf komplexe soziale und politische Probleme zu suchen oder zu akzeptieren. Gewalt, Unterdrückung oder Ausgrenzung könnten nie Lösungen sein und die Erfahrung des Zweiten Weltkrieges lehrt uns das mit einer eindringlichen Grausamkeit.