Die Schülerinnen und Schüler der Klassen 10B, 10MF und 9MF1 besuchten zu unterschiedlichen Terminen (Januar, Juli) die Landesaufnahmestelle in Lebach, eine Aufnahmeeinrichtung für Asylbewerber, abgelehnte Asylbewerber und unerlaubt eingereiste Ausländer, die auf die Entscheidung über ihren weiteren Aufenthaltsstatus in Deutschland warten.

Eine Mitarbeiterin der dort ansässigen Caritaseinrichtungen, Frau Petra Lauermann, hatte die Klassen eingeladen, den Alltag eines Flüchtlings mit all seinen Herausforderungen kennenzulernen und viele Vorurteile, die in der Gesellschaft gegenüber Flüchtlingen existieren, abzubauen. Die Caritas, eine Hilfsorganisation der katholischen Kirche, kümmert sich hier vor allem um „Verfahrensberatung im Asylverfahren, die Förderung des friedlichen Zusammenlebens der unterschiedlichen Ethnien, die Unterstützung bei der Wohnungsnahme einschließlich der Vermittlung zu Sprachkursen vor Ort, sowie allgemeine Sozialberatung“. Kurz gesagt: Sie sind erste Anlaufstelle für die vielfältigen Probleme, die auf einen Flüchtling in Deutschland zukommen und mit denen er täglich zurechtkommen muss.

In Lebach angekommen, waren die SchülerInnen direkt mit den trostlosen Bedingungen konfrontiert, die auf dem Gelände vorzufinden sind. Auch der Zustand der Wohnungseinrichtungen selbst, die man auf Bildern sehen konnte, um die Privatsphäre der dort lebenden Menschen nicht zu verletzen, machte die SchülerInnen sehr betroffen und räumte direkt mit gängigen Parolen für die angeblich so guten Unterkünfte, für die die „Asylanten“ dankbar sein sollten, auf. Viele Vorurteile, die zu Beginn des Tages gemeinsam gesammelt wurden, waren also schnell mit Tatsachen widerlegt.

In einem Spiel, in dem SchülerInnen in die Rollen verschiedener Familien mit je unterschiedlicher Herkunft und Schicksal schlüpfen sollten, konnte man sich anhand der Aufgaben, die zu bewältigen waren, in die Lage eines Flüchtlings, der oft jahrelange Torturen hinter sich hat und Schrecklichstes erlebt und zu bewältigen hat, zumindest gefühlsmäßig hineinversetzen. In Deutschland angekommen, fühlen sich viele zunächst alleingelassen und zermürbenden Behördengängen ausgesetzt, die die Flüchtlinge ohne Hilfe meist gar nicht bewältigen könnten.

Mit diesen Erfahrungen ging es nach dem ca. vierstündigen Aufenthalt wieder zurück nach Saarlouis, doch vielen SchülerInnen gingen die Schicksale der Menschen und die Bilder nicht mehr aus dem Kopf, es entstand der Wunsch, ihnen zu helfen oder zumindest ihre Wohn-und Lebenssituation zu verbessern. Mit vielen Ideen und Engagement seitens der SchülerInnen wird nun versucht, mithilfe unserer Schule Unterstützer in und um Lebach zu finden, um Projekte zu ermöglichen, die genau dies erreichen sollen.

Abschließend war dieser Besuch, entgegen vieler Erwartungen, für alle sehr bewegend und beeindruckend, leider war er viel zu schnell vorbei, deshalb soll es nicht der letzte gewesen sein.