Am Donnerstag, dem 17. März war es soweit!  Um 7 Uhr morgens brachen wir zwar müde, aber guter Dinge auf, denn der  Wetterbericht stellte eine sonnige Woche am Atlantik in Aussicht.

Die 11-stündige Busfahrt verbrachten wir mit Schlafen, Diskutieren, Musik hören. Vor dem Lycée Aristide Briand, das in einer sog. ‚cité scolaire’ liegt, warteten gutgelaunt unsere Gastfamilien und im Nu war das Gepäck verstaut und wir fuhren zu ihnen nach Hause.

Am nächsten Morgen besichtigten wir die Schule und waren begeistert, als wir die gut ausgestatteten Räume im Fachbereich Musik sahen. Die Schule insgesamt mit ihrem Coeur – eine Art Pausenhalle – wirkte nicht nur riesig, sie war es auch. Der Empfang durch die Schulleitung – die stellvertretende Schulleiterin nahm sich immerhin eine Stunde Zeit, uns kennenzulernen – war herzlich. Nachmittags machten wir nach dem Empfang im Rathaus der Stadt eine Stadtrundfahrt mit Führung. So sahen wir u.a. bei Tiefststand der Loire das Skelett einer Seeschlange aus Eisen, die Hafenanlagen und das Mémorial de l’abolition de l’esclavage. Der nahezu fertiggestellte Mittelmeerkreuzer weckte unsere uneingeschränkte Neugier, aber aus Sicherheitsgründen durften wir nicht an Bord.

Das Wochenende verbrachten wir mit unterschiedlichen Aktivitäten in unseren Familien.

Am Montag fuhren wir nach Le Croisic zum Océarium, wo wir die Fütterung der Pinguine miterleben konnten. Es war zwar windig, aber sonnig und so picknickten wir auf einem Strand an der Côte Sauvage. Den Nachmittag verbrachten wir in der mittelalterlichen Stadt Guérande, aber leider waren die Geschäfte geschlossen.

Am Dienstag standen die marais salants auf dem Programm. Ein Salzbauer (Paludier) gab uns Einblick in seine harte Arbeit des Salzanbaus bei Wind und Wetter. Da die Saison gerade erst begonnen hatte, standen ihm noch Reinigungsarbeiten bevor. In seiner Salzscheune (salorge) kauften einige anschließend ihre souvenirs: Fleur de sel.

Am Mittwoch besichtigten wir die Stadt Nantes mit der Ile des Machines. Die Attraktion war das Karussel mit den Fantasiegestalten des Schriftstellers Jules Verne. Und zu unserer Überraschung durften wir auf die gespenstischen Fische und Insekten sogar zu einer Rundfahrt steigen. Mit Begeisterung bedienten wir die Hebel, so dass die Augen und Gliedmaßen der Fabelwesen in Bewegung gerieten. Einige Schüler in einem Boot erlebten einen Sturm mit Seegang und überschwappendem Wasser.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen im Lycée Le Livet besichtigten wir die Kathedrale und gingen zur Passage Pommeraye  bevor wir nach Saint-Nazaire zurückfuhren.

Abends feierten wir im Coeur der Schule eine stimmungsvolle Abschiedsfete.

Alles in allem hat es uns gut gefallen und einigen fiel der Abschied am nächsten Morgen schwer. Manche verstanden sich so gut mit ihren corres, dass sie sich für die Ferien verabredeten.